Chagall Marc – „Ich und das Dorf“

Chagall malte das Gemälde „Ich und mein Dorf“ in Paris. Die Darstellung basiert auf Spiegelung. Rechts sehen wir das Profil des Künstlers selbst, im Gegenteil das Profil eines Kuhgesichtes. Die Künstlerin gibt ihr einen Strauß Zweige und Blumen, der als Baum des Lebens interpretiert wird. Im oberen Teil des Bildes sind diese Spiegelprofile wie eine Brücke durch das Bild von Vitebsk verbunden.

Chagall und die Kuh schauen genau hin und „schnüffeln“ sich gegenseitig. Eine interessante Nistpuppenmethode ermöglichte es dem Künstler, eine separate Szene mit einer Milchmagd und einer Kuh im Kopf des Tieres darzustellen. In der Mitte sehen wir einen Kreis, der alle Elemente zu einem Ganzen verbindet und den Lebenszyklus symbolisiert. Um diesen Kreis herum entfalten sich die Ereignisse des Bildes: die Häuser von Witebsk, einschließlich derer, die auf ihren eigenen Dächern stehen, eine Milchmagd mit einer Kuh, eine umgestürzte Frau und ein Mann mit einer Sense, die sie einholen. In der leichten, umgekehrten Figur einer Frau wird Stärke gefühlt, sie wird als Symbol der Fruchtbarkeit interpretiert. Sie scheint vor einem Mann mit einer Sense in dunklen Farben davonzulaufen. Ist das ein Hinweis auf die alte Frau mit der Sense? Dieses Streben erzeugt jedoch kein Gefühl der Bedrohung, es sieht aus wie ein natürlicher Teil des Kreises, ein natürlicher Teil des Lebens. Das Gemälde zeigt voll und ganz die für Chagall charakteristische Fähigkeit, Alltägliches und Übernatürliches zu verbinden.

Echos des Fauvismus sind in dem Gemälde „Ich und das Land“ zu spüren – die Gesetze der Perspektive werden als unnötig verschrottet, und die Dimensionen befassen sich nicht mit der Entsprechung zur Realität, dem Kubismus – der Aufteilung in Sektoren, der Zersetzung, dem Impressionismus – dem nicht standardmäßigen Gebrauch von Farbe. Gleichzeitig ist das Bild maximal mit Symbolen gesättigt: Zeichen (Sense, Kirche, Baum des Lebens), Form (Kreis, Matroschka). Viele Forscher definieren sein Genre als „alltägliche Symbolik“. Es wäre jedoch richtiger zu sagen, dass das Bild durch die Wiederholung verschiedener Malrichtungen immer noch über eine von ihnen hinausgeht. Chagall gelang es, sein Ziel zu verwirklichen, „nicht wie jemand zu sein, seinen eigenen Weg zu finden“.

Jahr der Malerei: 1911.

Abmessungen des Gemäldes: 191 x 150,5 cm.

Material: Leinwand.

Schreibtechnik: Öl.

Genre: symbolische Malerei.

Stil: Kubismus.

Galerie: Museum of Modern Art, New York, USA.

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