Surikov – „Mailänder Dom“

Surikov träumte viele Jahre von Europa, und nachdem er für das Gemälde „Menschikow in Berjosowo“ fünftausend erhalten hatte, machten sich der Künstler und seine Familie sofort bereit zu reisen. Von allen Ländern, die die Surikovs besuchten, versank Italien besonders in der Seele. Der Maler verschwand tagelang in Museen – Venedig, Mailand, Neapel, Rom, Florenz, wo immer Surikov war, er nahm die Schönheit des bildlichen Erbes italienischer Meister in sich auf. Während seines Aufenthalts in Mailand konnte der Künstler nicht anders, als sich von einer der zentralen Attraktionen – dem alten Dom – anziehen zu lassen.

Das Gemälde „Mailänder Dom“ erschien in einer magischen Zeit für den Meister – materielle Freiheit, dank des gewinnbringenden Verkaufs des Gemäldes, der Verwirklichung eines alten Traums, der Gelegenheit, die Kunst der Renaissance, die Surikov so bewunderte, aus erster Hand zu sehen. All diese Stimmung kann in seiner leichten Arbeit eingefangen werden.

Die Leinwand überrascht mit ihrer subtilen koloristischen Lösung – einer fast schwerelosen Kathedrale im Licht einer hellen, aber verschwommenen Sonne. In dieser Arbeit erscheint das berühmte „silberne“ Bild, das oft in nachfolgenden Gemälden zu sehen ist.

Ein aufmerksamer Betrachter kann eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Surikovs Gemälden und den Werken der Impressionisten spüren – die gleiche Aufmerksamkeit für momentanes Licht und Luft, die die Umrisse und die Form der abgebildeten Objekte verändern kann.

Das Gemälde wurde in Aquarelltechnik gemalt, die der Künstler sehr liebte und respektierte. Es ist Surikov, dem zugeschrieben wird, Aquarelle als eigenständige Form in den Vordergrund zu rücken – zuvor wurden Aquarelle ausschließlich in der Natur angewendet und aufgefordert, verschiedene Probleme zu lösen, die dem Gemälde selbst vorausgingen.

Im Allgemeinen zeichnet sich die Arbeit durch Wärme und Zärtlichkeit aus. Das Farbschema wurde sehr sorgfältig ausgewählt – dies sind alles Pastellfarben. Das Bild wird von Glätte dominiert, sogar von Unschärfe des Bildes. Überraschenderweise sprechen jedoch weder die Wahl des Farbschemas noch die Besonderheit des „transparenten“ Bildes für die Größe dieser Struktur. Der Mailänder Dom wird mit all seiner Bedeutung reproduziert, der Höhe, die gotischen Gebäuden innewohnt.

Heute ist dieses Gemälde in der Tretjakow-Galerie ausgestellt.

Jahr der Malerei: 1884.

Malabmessungen: keine Daten.

Material: Papier.

Schreibtechnik: Aquarell.

Genre: Stadtlandschaft.

Stil: Realismus.

Galerie: Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau, Russland.

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