Venetsianov – „Dreschboden“

Venetsianovs Werk ist ohne das Gemälde „Die Scheune“ nicht vorstellbar. Das Gemälde, das im Staatlichen Russischen Museum in St. Petersburg aufbewahrt wird, ist das Ergebnis einer genauen Untersuchung der Natur. Die Leinwand zeigt einen Dreschplatz, dh einen Schuppen für komprimiertes Brot, in dem es gestapelt und gedroschen wurde, sowie arbeitende und ruhende Bauern, Pferde, Karren und einfache ländliche Werkzeuge.

Liebevoll und aufmerksam vermittelte der Künstler den Innenraum der Tenne. Der Vordergrund wird von einem gleichmäßigen Licht beleuchtet, weiter, wo die Beleuchtung gedämpfter sein sollte, strömt plötzlich ein Tageslichtstrom von der Straße durch die nach links geöffnete Tür herein, und in den Tiefen gibt es wieder ein helles Licht. Das Ergebnis der subtilen Beobachtungen des Malers über die Natur sind die Übergänge von beleuchteten Bereichen des Dielenbodens zu dunklen. Das Lichtspiel ist erstaunlich und die Schatten im Bild sind realistisch transparent.

Die Bilder von Venetsianov sind dem Laien manchmal nicht sofort klar, weil sie oft sehr statisch sind. Aber je länger und detaillierter Sie das Bild betrachten, desto klarer verstehen Sie, dass der Künstler bestimmte innere Bewegungen externen Manifestationen vorgezogen hat. Die links sitzende Bäuerin, die sich gegen die Baumstämme lehnt, ist sehr ausdrucksstark und keineswegs statisch.

Ein komplexes Perspektivensystem wird vom Maler in mehreren interessanten Techniken vermittelt. Man kann unterscheiden – eine Reihe von Konturlinien, die mit zunehmender Entfernung vom Betrachter abnehmen und durch Dielen erzeugt werden. Die lineare Perspektive in Venetsianovs Gemälde wird durch die Luftperspektive unterstützt. Diese Funktion vereint zusammengesetzte Ebenen zu einem Ganzen.

Das Gemälde „Die Scheune“ wurde zu einem echten Meisterwerk und wurde am 1. September 1824 auf der Akademischen Ausstellung vorgestellt. Die Leinwand, die dem Betrachter zum ersten Mal gezeigt wurde, war ein beispielloser Erfolg. Der Kaiser selbst war so beeindruckt, dass er das Gemälde erwarb.

Venetsianovs Kollegen hielten seine Arbeit für nicht geeignet für das gebildete System der Akademie – sie mochten es nicht. Dies hinderte jedoch nicht genau daran, dass das Gemälde „Die Scheune“ ein neues lautes Wort in der russischen Malerei wurde. Sie war es, die den Grundstein für die nächste, neue Stufe der Malerarbeit legte.

Jahr der Malerei: 1823.

Abmessungen des Gemäldes: 66,5 x 80,5 cm.

Material: Leinwand.

Schreibtechnik: Öl.

Genre: Genremalerei.

Stil: Realismus.

Galerie: Staatliches Russisches Museum, St. Petersburg, Russland.

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