Serov – „Porträt von I. Levitan“

Nach dem Malen der Bilder „Mädchen im Sonnenschein“ und „Mädchen mit Pfirsichen“ erhielt Valentin Serov große Anerkennung als Porträtmaler. Er malt zahlreiche Porträts und wählt häufig Schriftsteller und Künstler als Vorbilder. Er interessiert sich für die Möglichkeit, die Originalität künstlerischer, kreativer Natur mit Hilfe künstlerischer Ausdrucksmittel zu vermitteln. Unter diesen Werken sticht das Porträt von Isaac Ilyich Levitan hervor.

Serov war mit Levitan gut vertraut – sie trafen sich mehrmals in Abramtsevo, schrieben gemeinsam Skizzen, in Kunstfragen waren sie in vielerlei Hinsicht gleichgesinnt.

Das Jahr, in dem das Porträt gemalt wurde, erwies sich für Levitan aufgrund der antijüdischen Kampagne des neuen Generalgouverneurs von Moskau, Großherzog Sergej Alexandrowitsch, als schwierig. Und Serov, der seinen Freund unterstützen will, beschließt, sein Porträt zu malen.

Für diese Arbeit wählt Serov eine für ihn ungewöhnliche dunkle Farbe. Der düstere Hintergrund, die dunkelbraunen Töne der Kostüme, das dunkle Gesicht des Künstlers mit den dunklen nachdenklichen Augen, eine nachlässig gesenkte Hand – all dies sollte den inneren Zustand der dargestellten Person, seine inhärente Traurigkeit, Melancholie und Distanz zur Welt betonen. Gleichzeitig ist dies kein Versuch, ein romantisches Bild eines verfolgten Künstlers, eines desillusionierten Träumers, zu schaffen. Serovs Gemälde ist äußerst ehrlich, er hat es geschafft, die Müdigkeit und Traurigkeit zu vermitteln, die Levitan in dieser Zeit seines Lebens begleitete.

Jahr der Malerei: 1893.

Maße des Gemäldes: 82 x 86 cm.

Material: Leinwand.

Schreibtechnik: Öl.

Genre: Porträt.

Stil: Realismus.

Galerie: Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau, Russland.